1. Weg vom Pauschalurlaub für Nicht-Abendteurer

Der neue Urlaubskatalog vom Lieblingsreiseanbieter ist da. Mami schaut nach schönen Bilder, Papa nach den Preisen. Wo es hin geht ist doch klar. Da wo es immer hin geht. Gut ist was man kennt. Und es soll bitte alles so sein wie auf den Katalog-Fotos und keine Überraschungen bitte.

Und dabei haben sich die meisten schon längst damit abgefunden dass die bunte Katalogwelt Dinge verspricht, die die Wirklichkeit nicht halten kann. Aber was soll´s!? Nach dem Urlaub kann man ja meckern und schwärmen. Die Urlaubsfotos für Freunde und Familie und der Mängelbericht für die Rechtsschutzversicherung.

2 Wochen Türkei im XXL All-inclusiv für 399 Euro und alles bitte wie aus dem Ei gepellt.

Ich gebe zu, so ähnlich sah meine Vorstellung von Urlaub auch mal aus. Die Türkei ist es zwar nie geworden, aber der Pauschalurlaub in Spanien und Griechenland entsprach wahrscheinlich dem guten deutschen Durchschnitt.Urlaub nach den schönen Fotos im Katalog ausgesucht und im Reisebüro gebucht. Tickets und Kofferbänder per Post knapp vor der Reise und dann ab nach Düsseldorf früh morgens zusammen mit allen anderen in den Flieger, um dann wenige Stunden später aufgeregt die Nase an der kleinen Scheibe platt zu drücken, wenn der Touristenbomber die kleine Insel anfliegt. Klatschen und dann raus die Koffer erkämpfen und den klapprigen Bus zum Hotel suchen. Im Hotel einchecken, einen Safe buchen, damit der deutsche Pass und die Traveler Schecks sicher aufgehoben und dann die Öffnungszeiten vom Essenssaal erforschen. Einen Tag Pool, einen Tagen Tag am Strand, dann Leihwagen und eine Runde über die Insel. Und dann die restlichen tage rum bringen. Inkl. Folkloreabend an der Poolbar und den üblichen Ausflug mit dem „Piratenschiff“ in eine ach so einsame Bucht der Insel. Eisgekühlte Cola PET Flaschen für 3 Euro am Mini-Markt und ein Servicepersonal das immer freundlich ist so lange das Trinkgeld stimmt.

Aber nein !!  Ich will den Pauschalurlaub nicht schlecht reden. Wir hatten ja unseren Spaß und haben den Urlaub genoßen wo es ging. Wir hatten auch keine rechtlichen Probleme mit Urlaub. Niemals mussten wir an Flughäfen über stunden warten und unsere Koffer sind auch immer alle angekommen. Pauschal gebucht, pauschal abgelaufen wie geplant. Aber zumindest für mich haben die negativen Aspekte immer überwogen. Wenn es nur nach mir gegangen wäre, hätten wir diese Urlaube wohl eher nicht gemacht. Aber ich bin doch froh dass meine Familie diese Urlaube erlebt haben!

Ein guter Freund hatte früher eine ganz andere Vorstellung von Urlaub. Als Angestellter bei Opel hatte er vor allem in den Werksferien viel Urlaub und war dann rund um den Globus unterwegs und hat alle möglichen und unmöglichen Urlaube erlebt. Von der Trekkingtour mit dem Rand durch den Dschungel bis zu mit dem Paddelboot durch Alaska muss wohl alles dabei gewesen sein. Und wenn er heim kam, hatte er mit unter gerade ein paar Tage um Wäsche zu waschen und neue Filme aus den Kühlschrank zu holen und schon ging es weiter.

 

Abendteuerurlaub – nein danke !

Für mich war immer klar: das ist nichts für mich. Abendteuerurlaub ist nichts für mich. Ich brauche etwas geplantes. Ich kann mich nicht erholen wenn ich nicht weiß wo ich abends unter komme. Wenn ich nicht weiß was morgen kommen wird, habe ich keine Ruhe. Was wenn ich mit dem Fahrrad durch ein fremdes Land radel und es gibt kein Hotel mehr ? Soll ich um Gebüsch schlafen?  Mag gehen, aber nicht bei mir.

Dass es aber eine Welt dazwischen gibt, die Idee kam mir garnicht. Und ich musste erst lernen dass es nicht meine mein Ding ist in eine Welt zu reisen, die nur dazu geschaffen wird den Leuten das Geld aus den Taschen zu ziehen. Und die so offenkundig scheinheilig ist, dass es jedem direkt auffallen muss. In einer Welt in der man den Urlauber in einen Rahmen halten möchte, in dem er möglichst viel Geld raus gibt. Ich erwähnte die Cola für 3 Euro oder mehr. Aber auch den winzig kleinen Leihwagen für 130 Euro im kleinsten Tarif für nur einen Tag.

Oder den Kellner mit seinen Standardsprüchen und seiner schlechten verkleidung, der dir vor gaukelt dass ihr Freunde seit und er diesen Kaffee extra nur für Dich gemacht hat. Und schon nach einer Woche merkst Du dass er Dich heute wieder nicht erkennt und Dir die selben Sprüche und Witze gibt, die er die Tage zuvor auch schon aufgesagt hat. Nein, sie sind nicht alle schlecht. Sie kennen es eben nicht anders. Sie leben davon und sie tun gut daran es so zu tun und damit ihr Geld zu verdienen. So ist das nun mal. Aber dennoch, ich mag es nicht. Ich will nicht als Tourist angesprochen und ausgenommen werden.

 

Und es geht auch anders

Als kleiner Junge, als meine entfernte Tante Marta aus Amerika zu besuch war, habe ich gesagt „wenn ich groß bin, möchte ich mal nach Amerika.“  Als ich groß war wusste ich das noch und ja, ich habe es auch gesagt als ich groß war. Irgendwann fliege ich mal nach Amerika. Irgendwann….

Dann kam der Tag an dem mich ein guter Freund anrief und mir mitteilte dass sein Arbeitgeber ihn verdonnert hat seinen Resturlaub zu verballern. Ich hatte kurz zuvor meine Anstellung verloren und eine ordentliche Abfindung erhalten. Meine Frau und ich waren uns einige dass ein Teil davon für „Lebensfreunde“ verwendet werden solle. Und nun stand diese vor der Tür.

Der Freund hatte schon mehrfach seine Urlaube in den USA und Kanada verbracht. Sich dort auch mal ein Auto gekauft, ist damit kreuz und quer durch das Land gereist und diesen dann wieder verkauft und ist zurück geflogen. Das ist aber nicht meine Welt. Gibt es da keinen Pauschalurlaub? war meine Frage. Aber es war klar dass dieses nicht in Frage kommen würde.

Nachdem meine Frau mich ermuntert hatte diese Reise doch wirklich zu unternehmen und ich ersthaft die ersten Gedanken auf kommen ließ, ging es schon los. Da stellten sich Fragen die sich dann wohl alle in so einer Situation stellen.

Was ist Amerika ?

Ja, natürlich weiß ich was Amerika ist. Großes Land auf der anderen Seite es Meeres dessen Namen ich mir nie merken musste. McDonalds, Kojac, New York und Cowboy. Also all diese Klischees von Amerika, die wir nun mal haben.

„In welche Gegend sollen wir reisen? Ich schlage vor nach Florida oder in die Gegens von  Kalifornien/Nevada ?“ fragte der Kollege. Ich schaute ihn an und konnte nicht antworten. Natürlich wusste ich dass Florida in Amerika ist. Palmen und Meer, das war es was ich mit dem Begriff verband. Kalifornien? Ja, auch Palmen und Strand, oder ? Nevada? Wüste oder ?
Ich musste feststellen dass mein Wissen von Amerika eigentlich nicht vorhanden war. Aber es gab ja schon Google Eath und so machen wir uns auf das Land erst mal auf der Karte zu erkunden. Der Kollege erklärte mir die Unterschiedlich. Selbst fiel mir schon mal auf dass Florida auf der einen Seite von Amerika und Kalofornien genau auf der anderen Seite lag. Und verdammt… das Land ist ja riesen groß. Wie oft kann man mein Deutschland da wohl rein stecken? Verdammt oft !

Der Kollege erklärte mir aus seiner Erfahrung groß die Unterschiede dieser Regionen und in etwa die klimatischen Eigenheiten. Trotzdem war ich ratlos und so entschied der Kollege dass wir nach Florida fliegen werden.

Weiter im nächsten Tag, wenn es daran geht diese Reise zu planen.

 

comming soon… 😉